Der große Golf-Vergleich

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DGV Kennzeichnung von 2009 bis 2016

DGV-Ausweis: So funktioniert die Kennzeichnung von 2009 bis 2016

Seit der Saison 2009 hat sich der Deutsche Golfverband (DGV) hinsichtlich der Kennzeichnung der Ausweise der dem Golfverband angeschlossenen Golfclubs (derzeit ca. 800 in Deutschland) wieder einmal etwas Neues überlegt:

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Vor der Saison 2009 mussten die Golfclubs auf dem jeweiligen DGV-Ausweis eines Golfers angeben, ob dieser Golfer auf seiner Heimatanlage ein volles oder ein eingeschränktes Spielrecht besitzt. Ein volles Spielrecht wurde seiner Zeit mit dem Kürzel „vS“ vermerkt, wobei ein eingeschränktes Spielrecht durch die Buchstabenkombination „eS“ gekennzeichnet wurde. Unter ein „eingeschränktes Spielrecht“ fielen alle Golfspieler dieses Clubs, die ein in irgendeiner Form ein eingeschränktes Spielrecht auf der Heimatanlage besaßen, sei es zum Beispiel ein Spielrecht nur unter der Woche oder nur zu bestimmten Spielzeiten oder auch eine so genannte Greenfeemitgliedschaft (wie zum Beispiel bei Fernmitgliedschaften), bei der der Golfer auch auf seiner Heimatanlage nur unter Bezahlung eines Greenfees Golf spielen durfte.

Probleme ergaben sich bei der Umsetzung dieser „Negativkennzeichnung“: Da alle Golfclubs vom Deutschen Golfverband (DGV) quasi gezwungen wurden an dieser Kennzeichnung teilzunehmen, sträubten sich immer mehr Golfclubs gegen die Kennzeichnung, in dem Sie Ihren Mitgliedern ein volles Spielrecht („vS“) auf die Ausweise drucken ließen, obwohl die Golfer in Wirklichkeit auch auf dem Golfplatz des Heimatvereins nur gegen Greenfee Golf spielen durften. Dies lag darin begründet, dass die Golfer, die mit einem „eS“-Ausweis bei anderen Golfclubs als dem Heimatverein gegen Greenfee Golf spielen wollten, in bestimmten Regionen Deutschlands (rund um Frankfurt und im Süden Deutschlands) teilweise mit empfindlichen Greenfee-Aufschlägen zu kämpfen hatten. Das wollten etliche Golfplatzbetreiber Ihren Mitgliedern natürlich ersparen, indem Sie Ihnen offiziell ein volles Spielrecht erteilten. Der Deutsche Golfverband als Kontrollinstanz konnte die Richtigkeit der Ausweiskennzeichnung nur sehr schwer nachvollziehen und die „Negativkennzeichnung“ erwies sich als äußerst unpraktikabel.

Aber man wäre nicht in Deutschland, wenn den Offiziellen des Verbandes nicht etwas Neues eingefallen wäre!

Seit der Saison 2009 wurde die beschriebene Negativkennzeichnung durch eine neue Positivkennzeichnung ersetzt: An der neuen Kennzeichnung müssen die Golfclubs nun nicht mehr teilnehmen, sie können aber! Im Groben stellt sich die Kennzeichnung nun wie folgt dar:

Nehmen Golfclubs nicht an der Kennzeichnung Ihrer DGV-Ausweise teil, so erhalten die Golfer dieses Clubs den altbekannten grünen DGV-Ausweis ohne irgendwelche Aufdrucke.

Entscheidet sich ein Golfclub aber, an der neuen Kennzeichnung der DGV-Ausweise teilzunehmen, so verpflichtet er sich dem Deutschen Golfverband bestimmte Daten seiner Mitglieder weiterzugeben, damit diese vom DGV ausgewertet werden können. Der Hintergedanke ist folgender: Aufgrund der Adressdaten der einzelnen Mitglieder eines Clubs soll herausgefunden werden, ob es sich um einen Golfer handelt, der seinen Wohnsitz in unmittelbarer Nähe seines Heimatclubs hat oder etwa in gefährlicher Entfernung zu diesem Club wohnt. Vorbei ist es mit der freien Wahl des Heimatclubs! Nun soll man sich gefälligst einen Heimatclub in der Nähe seines Wohnsitzes suchen (warum auch immer…)! Solange eine bestimmte Quote der Mitglieder eines jeden Golfclubs in unmittelbarer Nähe des Golfclubs wohnen, kann sich dieser Golfclub nun seit der vergangenen Saison das Kürzel „R“ auf den DGV-Ausweis in einem Hologramm drucken lassen. Ein kurzes Beispiel ziegt, wie unsinnig diese neue Kennzeichung in der Praxis ist: Ein uns gutbekannter Golfclub aus der Eifel hat seinen Mitgliederstamm seit jeher aus der in einiger Entfernung gelegenen Stadt Köln bezogen. Dies lag nun schlicht und einfach daran, dass in der Eifel nun einmal nicht sehr viele Menschen wohnen und ein Großteil der lokalen Bevölkerung den Golfsport als elitär und für Sie nicht interessant empfindet. In Köln gibt es zahlreiche Golfinteressierte, die sehr gerne in diesem Club Mitglied sind und es sehr mögen, am Wochenende eine Runde Golf fernab vom Großstadt-Streß in ruhigen Eifel zu spielen. Da die Stadt Köln nun aber in einer Entfernung von circa. 110 Kilometern Entfernung zu diesem Golfclub liegt, gelten alle Mitglieder aus Köln als nicht regionale Mitglieder und der Golfclub ist seitens des DGV nicht berechtigt das Kürzel „R“ auf seine Ausweise drucken zu lassen. Gleiches gilt für Golfclubs aus touristischen Ballungsgebieten, wie zum Beispiel der Nord- und Ostsee. Diese haben traditionell zahlreiche Mitglieder aus der Stammkundschaft der im Sommer anreisenden Touristen bezogen … dies soll nun bestraft werden (was für ein Quatsch!). Ein weiterer Kritikpunkt der Golfclubs an der neuen „freiwilligen“ Kennzeichnung betrifft die Sicherung der Daten der einzelnen Golfclubmitglieder. Da diese nun dem Deutschen Golfverband zu großen Teilen zur Verfügung gestellt werden müssen, um an der Kennzeichnung teilnehmen zu dürfen, befürchten die Golfclubs, dass die Daten Ihrer Golfspieler an die Partnerunternehmen des DGV weitergeleitet werden, damit diese die Golfer mit spezifischen Werbemaßnahmen angehen können. Gerade um diese Problematik wird in Golferkreisen zurzeit heftig diskutiert und gestritten.

Wäre der erste Teil der neuen Kennzeichnung sich mit der gesamten Golfanlage beschäftigt (Entweder die Golfanlage besteht aus lokalen Golfern oder eben nicht; der Einzelgolfer wird hierbei nicht berücksichtigt!) beschäftigt sich der zweite Teil der freiwilligen Kennzeichnung nun wieder mit dem Spielrecht des einzelnen Golfers. Ein volles Spielrecht führt wieder zu einem „vS“ im Hologramm während ein eingeschränktes Spielrecht nicht zum Tragen dieser Buchstabenkombination berechtigt. Natürlich kann gerade bei diesem Teil der Kennzeichnung aber genau wie bei der alten Kennzeichnung wieder bei der Angabe des tatsächlichen Spielrechts geflunkert werden. Andererseits denken wir, dass jeder Golfplatzbetreiber einem jedem Mitglied bei dem er es für richtig hält, ihm ein volles Spielrecht auf seiner Anlage zu gewähren, dies tun und lassen kann, wie er möchte. Hier ist es unserer Meinung nach nicht Aufgabe des DGV dies zu reglementieren und zu kontrollieren!

Aus diesen ganzen Hologramm und Buchstabenkürzeln ergeben sich vier verschiedenen Arten von DGV-Ausweisen:

Grüne DGV-Ausweise ohne Hologramm und ohne Buchstabenkombination von Golfern, die in Anlagen Mitglied sind, die NICHT an der Kennzeichnung teilnehmen. Aus diesem Ausweis ist NICHT zu erkennen, ob der Golfclub eine regionale Mitgliederstruktur besitzt und ob das Mitglied ein volles oder eingeschränktes Spielrecht besitzt.

Grüne DGV-Ausweise mit einem silbernen Hologramm, deren Inhaber entweder:

  • In einem Golfclub mit einer regionalen Mitgliederstruktur („R“) Mitglied sind, aber kein volles Spielrecht besitzen, oder
  • In einem Golfclub Mitglied sind, die keine regionale Mitgliederstruktur beim DGV vorweisen konnten aber ein volles Spielrecht („vS“) besitzen

Grüne DGV-Ausweise mit einem goldenen Hologramm – der Ideal-Golfer! Er besitzt ein volles Spielrecht („vS“) auf seiner Heimatanlage und war auch noch so frei, sich in einem  Golfclub in seiner Nähe anzumelden!

Was geht das Ganze mich als Golfer an, wenn ich einfach nur Golf spielen möchte?

Während sich einige Golfverbände geschlossen gegen diese Kennzeichnung aus einem der zahlreichen Gründen entschieden haben, nehmen andere Clubs an der neuen Kennzeichnung teil.

Allerdings legt nur ein Bruchteil der teilnehmenden Golfclubs die Kennzeichnung der neuen DGV-Ausweise zugrunde, um Ihre Greenfeepolitik dahingehend anzupassen, dass Golfer mit einem „besseren“ Ausweis weniger bezahlen müssen, als Golfer mit einem „billigen“ DGV-Ausweis!

Dies hat mehrere Gründe:

  • Auch an den DGV Golfclubs ist die Wirtschaftskrise nicht tatenlos vorübergegangen. Golfclubs sind zum großen Teil mittelständische Wirtschaftsbetriebe, die auf Ihre Einnahmen, zu denen natürlich auch das Greenfee von Gastspielern zählt, angewiesen sind. In Zeiten der Wirtschaftskrise hatten viele Clubs zudem einen Verlust an Stammmitgliedern zu beklagen und die Einnahmen werden eng…
  • Die Konkurrenzsituation unter den deutschen Golfclubs nimmt von Jahr zu Jahr zu: Inzwischen gibt es hierzulande an die 800 Golfclubs, die sich um die Greenfeespieler streiten. Sollte in diesen harten Zeiten ein Golfer von einem Clubsekretariat als Golfer mit einem „falschen“ DGV-Ausweis abgewiesen werden, so kann dieser im Umkreis von zumeist wenigen Kilometern zahlreiche Golfclubs finden, die sich über jeden Gastspieler, der nicht nur Greenfee einbringt, sondern im Idealfall nach der Runde noch ins Clubhaus einkehrt und hier für weiteren Umsatz sorgt, freut und diesen mit weit aufgerissen Armen empfängt.

Ich bin übrigens seit vielen Jahren Fernmitglied in einem DGV-Golflcub. Zunächst hatte ich einen DGV-Ausweis mit eingeschränktem Spielrecht („eS“). Seit vergangener Saison nun einen einfachen grünen DGV-Ausweis ohne ein Holgramm. Freunde rieten mir immer davon ab („schwarze Listen“, „da kommst du nicht auf die Plätze“, und so in der Art) Ich spiele pro Jahr in etwa 30 Runden auf verschiedensten Plätzen in der Kölner und Düsseldorfer Region, da ich es langweilig finde, immer den gleichen Platz zu spielen und ich gar nicht weiß, wo ich in fünf Jahren beruflich sein werde und ich dann nicht einer teuren Club-Einlage hinterher rennen möchte!

Bis heute hat sich jeder Golfclub über mich gefreut und mich gerne spielen lassen. Ich freue mich ja fast schon auf den ersten Club, der mir mehr Greenfee abverlangen möchte, da ich mich schon jetzt auf eine angeregte und interessante Diskussion mit dem Sekretariat oder besser noch der Geschäftsführung dieses Golfclubs freue, aber dies ist bis heute noch nicht passiert.

Daniel Baltzer
(selbstständig, Hcp 24) hätte sich an seinen ersten Tagen als Golfer eine Übersicht über günstige Einstiegsmöglichkeiten gewünscht. Da es so etwas nicht gab, gründete er 2007 den Golf-Vergleich.
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