Der große Golf-Vergleich

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Golf Statistik 2014: Ist Golf spielen ein Rentner Sport?

Golf Statistik 2014: Ist Golf spielen ein Rentner Sport?

„Ich spiele jetzt Golf“ erzählt Marta stolz Ihrer Freundin Eva, die Sie zwei Monate nicht gesehen hat. „Was?“ fragt diese, „du bist doch erst 25 Jahre alt, Golf spielen ist doch was für alte Leute! Wie kommst du denn dazu Golf zu spielen?“. Sätze, die jungen Golfanfängern sicher oft begegnen. Das Gerücht und Vorurteil holt den Golfsport leider immer wieder ein.

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Golf-Fernmitgliedschaften im Test

Wir vom Golf-Vergleich wollten der Sache mal nachgehen. Wir konnten nicht glauben, dass Golf spielen in Zeiten von Martin Kaymer und Tiger Woods so einen „verstaubten Alte Männer-Touch“ hat. Wir haben uns auf dem Golf Platz umgesehen und ein paar Golf Statistiken gewälzt.

Betrachtet man alle in Deutschland aktiven Golfer (also diejenigen, die Golfen spielen mit einer Golfclub-Mitgliedschaft), so stellt man fest, dass von den zum 31.12.2013 registrierten 637.735 Golfern tatsächlich nur 37,3% Frauen (238.071) und 62,7% Männer (399.664) sind. Also scheint das Golfen zumindest auf dem Papier ein eher männerdominierender Sport zu sein. Auf dem Golfplatz selbst stellen wir oft ein sehr ausgeglichenes Verhältnis zwischen Frauen und Männern fest. Die Quote "2:1 - Mann:Frau" ist aber tatsächlich mancherorts nicht selten zu beobachten.

Youngsters 0-35 Jahre: Leider belegen die Zahlen zum Beginn des Jahres 2014 und unsere empirischen Studien auf dem Golfplatz, dass sich immer weniger Jugendliche mit dem Golfsport anfreunden und dauerhaft für das Golfspiel begeistern können. In der Gruppe der „bis 6 jährigen“ nimmt die Zahl von Jahr zu Jahr ab. Genauso ist es in den Gruppen der „7 bis 14 jährigen“ sowie der „15 bis 18 jährigen“, die keine Zuwächse mehr verzeichnen konnten. Erst die Gruppe der „Twens" („21 bis 26 Jahre“) hat minimale Steigerungen von 1,9% von 2011 auf 2013 zu verzeichnen. Dies könnte daran liegen, dass in den Jahren zuvor noch mehr „Basisjugendarbeit“ bei Kindern gemacht wurde oder die Eltern die Kinder einfach mehr vom Golf spielen begeistern konnten. Diese Jugendlichen sind wohl nun zu Twens geworden. Auch in der letzten Gruppe der „27 bis 35 jährigen“ unserer Youngsters sind die Zahlen leider rückläufig.

Leute, und liebe Kultusministerien, führt Golf spielen als Schulsport-Disziplin ein! Ein Anteil von 17,9% an Golfern im Alter zwischen 0 und 35 Jahren ist tatsächlich zu wenig, um als Breitensportart zu gelten.

Mid- und Best-Ager: Anders ist der Anteil derer, wir nennen Sie man „Mid- und Best-Ager“, also der Golfspieler im besten Alter zwischen 36 und 60 Jahren. Mit insgesamt 289.715 Spielern haben Sie damit einen Gesamtanteil von 45,4% aller Golf spielenden Clubmitglieder. Große Steigerungen der Mitgliedszahlen sind nicht erkennbar, obwohl wir viele ehrgeizige junge Frauen und Männer im „gefühlten“ Alter zwischen 35 und 45 auf dem Platz sehen. Nur die Gruppe der „51 bis 55 jährigen“ hatte in den letzten zwei Jahren enorme Zuwächse von 20,4% zu verzeichnen. Interessant ist auch, dass in genau dieser Gruppe der Frauenanteil sehr gestiegen ist, nämlich von 23.119 auf 26.978 Spielerinnen, prozentual  um 16,7%. Gerade „reifere Frauen“ empfinden den Golfsport oft als Bereicherung, wenn Sie sich einmal draußen und zudem sportlich betätigen möchten. Golf spielen ist dazu geradezu perfekt, liebe Mädels!

Seniors: Die Gruppe der „ab 61 jährigen Golfspieler“, die im allgemeinen als Rentner gelten, fällt auf den ersten Blick mit 234.068 der insgesamt 637.735 Golfer recht groß aus. Sie hat einen Gesamtanteil aller deutschen Golfer von 36,7%, die Wachstumsrate von 2011 auf 2013 beträgt 7,3%. Der Steigerungs-Anteil der Golf spielenden Frauen dieser Altersklasse sowie der der Golf spielenden Männer hält sich mit 7,2% bzw. 7,3% die Waage. Die Golfer dieser Gruppe haben vermutlich einfach mehr Zeit zum Golfen und daher sieht man sie auch öfter auf dem Platz und nimmt sie stärker wahr als Berufstätige, die eher gestresst nach der Arbeit noch über den Platz hetzen.

Letztlich kann man sagen, dass Golf spielen wohl wirklich der Sport der Best-Ager und Silver-Ager zu sein scheint. Die Jugendförderung vor allem in den Schulen, so wie sie beispielsweise in den USA betrieben wird, kommt in Deutschland zu kurz und für vielen jungen Erwachsenen scheint der Golf Sport nicht hipp und sportlich genug zu sein. Man beginnt oft erst später mit dem Golf spielen, wenn die "wilde Karrierephase" vieler Berufstätiger vorbei ist, und man eine 18-Loch-Runde mit durchschnittlich 8,5 Kilometern auch zeitlich genießen kann. Alternative Angebote seitens der Golfclubs, die Beruf und Golf verbinden, könnten da Abhilfe schaffen.Liebe Golfclubs, lasst euch was einfallen.

Daniel Baltzer
(selbstständig, Hcp 24) hätte sich an seinen ersten Tagen als Golfer eine Übersicht über günstige Einstiegsmöglichkeiten gewünscht. Da es so etwas nicht gab, gründete er 2007 den Golf-Vergleich.
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