Der große Golf-Vergleich

Tests von Golfmitgliedschaften, Golf-Fernmitgliedschaft, Greenfee-Karten, Golfreisen...

VcG, Golf Fernmitgliedschaft

Wir wollten wissen: Sind alle VcG-Golfer bzw. Fernmitglieder „Billig-Golfer“?

 Auf jedem DGV-Verbandstag das gleiche Bild: Präsidenten und Geschäftsführer vieler „altehrwürdiger Golfclubs“ diskutieren seit Jahren das immer gleiche Thema: Wie können wir es verhindern, dass in Deutschland immer mehr „Billig-Mitgliedschaften“ abgeschlossen werden?

Die günstige Eintrittskarte für Deutschlands Golfplätze

Golf-Fernmitgliedschaften im Test

Sind Golf Fernmitgliedschaften mit "Billig Mitgliedern" gemeint?

Unter „Billig-Mitgliedern“ verstehen die Damen und Herren Präsidenten dabei unter anderem Golfer, die sich zu einem Engagement im Verein clubfreier Golfer (kurz VcG) entschließen oder eine in der Anschaffung günstige Fernmitgliedschaft einer Vollmitgliedschaft vorziehen! Was zur Diskussion allerdings oft fehlte, waren valide Zahlen, die den Thesen und Ideen zugrunde lagen.

Golf-Vergleich.de wollte es wissen und untersuchte sowohl "Billig-Golfer" als auch Vollmitglieder

Wir von golf-vergleich.de wollten es daher genauer wissen und untersuchten sowohl Golf Fernmitglieder als auch Vollmitglieder mit dem Untersuchungsziel, herauszufinden ob die These, dass alle Fernmitglieder bzw. VcG-ler gleichzusetzen sind mit "Billig-Golfern", die dem deutschen Golfsport schaden, durch Zahlen gestützt werden kann oder nicht!

Hierzu haben wir einen Vermittler für Fernmitgliedschaften gebeten, unter den durch ihn vermittelten Fernmitgliedern einen von golf-vergleich.de ausgearbeiteten Umfragebogen stichprobenartig (wir bekamen 232 ausgefüllte Fragebögen von Fernmitgliedern zurück) zu versenden. Simultan baten wir 10 junge DGV-Golfclubs, denselben Fragebogen an eine Stichprobe Ihrer Vollmitglieder zu versenden (golf-vergleich.de erhielt 308 ausgefüllte Fragebögen von Vollmitgliedern zurück).

Auf den Ergebnissen der ausgefüllten und an uns zurückgesendeten Fragebögen beider Testgruppen (Fernmitgliedern bzw. Vollmitgliedern) basieren die Ergebnisse, die wir Ihnen im Folgenden gerne kurz vorstellen möchten:

Unsere Umfrage-Ergebnisse:

1.)    Fernmitglieder

Wir wollten wissen, was deutsche Fernmitglieder (für VcG-Spieler können ähnliche Zahlen angenommen werden) eigentlich im Jahr für Ihre Golfclub-Mitgliedschaft bzw. für Greenfee ausgeben?

Fixe Kosten: Die in der Umfrage vertretenen Fernmitglieder zahlen im Durchschnitt 192,16€ für Ihre Jahres-Fernmitgliedschaft im Golfclub. Die Fernmitglieder zeigten sich von diesem sehr günstigen Einstieg in den Golfsport sehr angetan. Viele dieser Golfer gaben an, dass Sie ohne ein derartiges Angebot gar nicht mit dem Golfsport angefangen hätten. Direkt mit einer Vollmitgliedschaft zu starten, hätte für Sie keine ernsthafte Alternative dargestellt.

Variable Kosten: Das Modell der Fernmitgliedschaft (genau, wie bei der VcG-Mitgliedschaft) sieht es vor, dass Fernmitglieder nur gegen Greenfee Golf spielen dürfen. Ein freies Spielrecht auf der Heimatanlage sieht die klassische Fernmitgliedschaft heutzutage nur selten vor. Laut unserer Umfrage spielten die befragten Fernmitglieder in der abgelaufenen Saison 2010 im Schnitt genau 15,28-mal gegen Greenfee Golf. Im Durchschnitt gaben Sie an, bei diesen Golfrunden 62,23€ (Greenfee inkl. Ausgaben im Clubhaus) ausgegeben zu haben. Somit ergibt sich bei den befragten Fernmitgliedern im Schnitt variable Kosten in Höhe von 798,07€.

Die Gesamtkosten eines durchschnittlichen Fernmitgliedes belaufen sich demnach nach der Formel:                            

Gesamtkosten = fixe Kosten + variable Kosten

Gesamtkosten im Schnitt = 192,16€ + 798,07€ gleich 990,23€


Es galt nun, zu untersuchen, was denn ein klassisches Vollmitglied im Durchschnitt jährlich in sein Hobby Golf investiert. Wir möchten an dieser Stelle den 10 teilnehmenden Golfclubs ganz herzlich für die freundliche Unterstützung unserer Befragung danken! Ohne sie wäre dieser Vergleich nicht möglich gewesen!

2.)    Vollmitglieder

Fixe Kosten: Die befragten Vollmitglieder gaben an, dass Sie für Ihre Vollmitgliedschaft im Durchschnitt 1.126,40€ bezahlten. Teilweise hatten diese Vollmitglieder allerdings noch gar nicht ein völlig uneingeschränktes Spielrecht auf der Heimatanlage, sondern waren teilweise nur unter der Woche berechtigt, ohne Greenfee auf der Heimatanlage zu spielen.

Variable Kosten: Diese lagen laut unserer Umfrage deutlich unter den Kosten der VcG-Spieler bzw. Fernmitglieder. Die Vollmitglieder gaben an, 18,84-mal auf Ihrer Heimatanlage (zum größten Teil Greenfee-frei) gespielt zu haben. Zudem spielten Sie noch im Schnitt 4,79-mal auf fremden Anlagen. Die Kosten lagen hier ein wenig unter den Kosten der befragten Fernmitglieder. Mit 44,12€ gaben Vollmitglieder im Durchschnitt 8€ weniger aus, als Fernmitglieder. Dies mag daran liegen, dass einige Golfclubs von VcG-Spielern bzw. Fernmitglieder ein erhöhtes Greenfee verlangen bzw. Vollmitgliedern ein Greenfee-Rabatt gewährt wird. Die variablen Kosten der Fernmitglieder lagen somit bei insgesamt 211,33€.

Die Gesamtkosten eines durchschnittlichen Vollmitgliedes lagen daher bei insgesamt:

Gesamtkosten im Schnitt = 1.126,40€ + 211,33€ gleich 1.337,73€

Unser Fazit lautet:

Laut unserer repräsentativen Befragung geben Vollmitglieder im Schnitt im Jahr 347,50€ mehr für den Golfsport aus, als ein durchschnittliches Fernmitglied. Die Ausgaben der Vollmitglieder liegen um 35,09% über denen der Fernmitglieder. Fernmitglieder sind demnach alles andere als „Billig-Golfer“, sondern sollten passender als „flexible oder variable Golfer“ bezeichnet werden.

Wir denken, es ist aufgrund dieser Testergebnisse nicht gerechtfertigt, Vollmitglieder als die vorbildlichen Golfer darzustellen, denen es nachzueifern gilt, während Fernmitglieder und VcG-ler häufig als „Billig-Golfer“ an den Pranger gestellt werden. Es ist vielmehr so, dass sich die Ausgaben der Vollmitglieder zum allergrößten Teil auf den Heimatclub beschränken, während Fernmitglieder Ihren Beitrag durch den großen Anteil an Greenfees auf viele verschiedenen Golfplätze verteilen.

In einer schnelllebigen Gesellschaft orientiert sich das Modell der Fernmitgliedschaft häufig viel mehr an den Bedürfnissen der modernen Golfer als das alte (nicht mehr zeitgemäße?) Modell der Vollmitgliedschaft. Hier liegt es auch den Golfclub, neue, innovative und marktorientierte Mitgliedschaftsmodelle zu entwickeln, die sich an den Bedürfnissen der heutigen Gesellschaft orientieren.

Daniel Baltzer
(selbstständig, Hcp 24) hätte sich an seinen ersten Tagen als Golfer eine Übersicht über günstige Einstiegsmöglichkeiten gewünscht. Da es so etwas nicht gab, gründete er 2007 den Golf-Vergleich.
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